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Demokratie – Vielfalt – Respekt
Gröpelinger Tage gegen Antisemitismus und Rassismus 2026

Bereits vor der Machtübergabe der bürgerlichen Parteien an Hitler 1933 gab es Gewalttaten gegen Juden und Jüdinnen in Deutschland. Die Nationalsozialisten heizten seit den 1920er Jahren eine antisemitische Grundstimmung systematisch an. Aber nachdem Hitler an die Macht gekommen war, wurde der Hass auf Juden und Jüdinnen systematisch: Rechtliche, soziale und ökonomische Ausgrenzung führten zu einer immer stärkeren Stigmatisierung der jüdischen Mitbürger*innen. Die Pogrome ab dem 9. November 1938 markieren den Übergang zur offenen Gewalt und systematischen Ermordung der europäischen jüdischen Bevölkerung.

Auch heute ist Antisemitismus in Deutschland präsent. Viele jüdische Einrichtungen stehen unter Polizeischutz. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger erleben tagtäglich Anfeindungen. Viele Juden und Jüdinnen in Deutschland werden verantwortlich gemacht für das völkerrechtswidrige Handeln der israelischen Regierung in den palästinensischen Gebieten und angefeindet, beleidigt, angegriffen. Die Bundesregierung betont, dass der weitaus überwiegende Teil der antisemitischen Straftaten in Deutschland aus dem rechtsradikalen Spektrum verübt wird. (Deutscher Bundestag Drucksache 21/1489).

Daneben hat sich auch ein latenter Rassismus gegenüber Mitbürgerinnen und Mitbürgern etabliert, die ihre Wurzeln in einer anderen Sprache, einem anderen Land, einer anderen Religion haben. Die Neurechten u.a. die AfD sprechen von “Remigration”, also der Ausweisung und Deportation von all denjenigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die aus ihrer Sicht nicht “Deutsch” sind – woran immer sie das festmachen wollen. Gemeint sind auch Menschen mit deutschem Pass. (Infos: “Remigration”: Was ist damit gemeint? Und was noch? | BR24)

Wir in Gröpelingen wissen, dass Vielfalt, Respekt und Demokratie die Grundlagen unserer offenen Gesellschaft sind. In den Betrieben, im Diako, den Arztpraxen, Supermärkten, Kitas, Schulen, Sport- und Kulturvereinen und Nachbarschaften leben wir in Gröpelingen jeden Tag diese offene Gesellschaft.

Wenn wir mit dieser Veranstaltungsreihe an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 erinnern, dann erinnern wir uns auch daran, wie zerbrechlich eine offene Gesellschaft sein kann. Sie benötigt Engagement. Sie muss verteidigt werden.

Alle Veranstaltungen findest Du im Veranstaltungskalender dieser Website.

Stolpersteine putzen

Anlässlich des Jahrestags der Novemberpogrome 1938 gehen Gröpelingerinnen und Gröpelinger durch die Straßen und putzen die 36 Stolpersteine, die an die während des Nationalsozialismus ermordeten Gröpelinger Mitbürger*innen erinnern: Juden und Jüdinnen, Menschen mit psychischen oder physischen Handicaps, Antifaschist:innen, Roma, Sinti, Zeugen Jehovas.

Kerzen und Blumen werden aufgestellt, mit Passanten und Nachbarn über den historischen Hintergrund gesprochen. Die Messingsteine sollen wieder strahlen und glitzern – damit wir ins Stolpern kommen gegen die Gleichgültigkeit.

Bitte die empfindliche Messingoberfläche nicht mit Stahlbürsten verkratzen. Mit einem weichen Küchenschwamm und Metall- oder Messingputzmittel lassen sich die Steine gut reinigen. Postet Fotos von der Aktion unter #gröpelingen_unteilbar

Zu dieser Aktion rufen auf: Beirat Gröpelingen, Martinsclub Bremen, Kultur Vor Ort e.V.

Hörtipp: Die Peter Thiel Story – Dlf Podcastfinder

Der Podcast beleuchtet Thiels intellektuelles Fundament – geprägt von Carl Schmitt, René Girard und Ayn Rand – sowie sein strategisches Netzwerk, das heute Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Politik besetzt. Thiels radikale Projekte und strategischen Eingriffe haben die Rolle der Tech-Elite fundamental verändert und zeigen, wie Macht in unserer Gesellschaft neu verteilt wird.

Ausstellung zur Reichspogromnacht am 9. November 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden überall in Deutschland auf Befehl des Propagandaministers Goebbels jüdische Einrichtungen angegriffen, Wohnungen verwüstet und Synagogen angezündet und zerstört, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Konzentrationslager verschleppt. In Bremen kommt es darüber hinaus zu fünf kaltblütigen Morden.

Die Novemberpogrome markieren den Übergang zum offenen Terror gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Das nationalsozialistische Regime zeigt, mit welcher Entschlossenheit es den inneren Terror gegen Teile der eigenen Bevölkerung aufzubauen bereit ist. Der Terror nach innen diente auch der Vorbereitung des Krieges, der wenige Monate mit dem deutschen Überfall auf Polen begann.

Die Ausstellung informiert über die Vorgänge am 9. November 1938 und fragt danach, warum niemand den antisemitischen Terror der Novemberpogrome verhindert hat. In einem aktuellen Ausblick geht die Ausstellung auch der Frage nach, ob eine solche Entwicklung zu einem faschistischen Staat heute erneut möglich ist.

Die Ausstellung kann von Schulen und Stadtteileinrichtungen ausgeliehen werden. Anfragen bitte an info@groepelingen-gegen-rechts.de 

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